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понедельник, 4 сентября 2023 г.

Мышца Иванова

А на форуме ВОГ тем временем очередная дискуссия о фенилэфрине и дезаккомодации. Интересным мне показалось замечание, что Иванова, чьим именем названа одна из порций цилиарной мышцы, в русскочзычной офтальмологической литературе практически не знают. Откуда цитирование - понимают плохо. Между тем, этот офтальмолог, практиковавший в Киеве и в Германии, действительно признан оказался больше в Германии, чем в России. Офтальмораскопки показали замечательную биографию Иванова, составленную Гиршбергом:
Изысками патологоанатомическими занимался он в Вюрцбурге оказывается. 

(глава 23, написана Гиршбергом, "Глазные врачи России 1800-1873 гг.", XXIII. Hirschberg, Die Augenärzte Rußlands, 1800 — 1873).

Prof. Alexander Iwanoff (1836—1880).

Im Jahre 1836 geboren, besuchte I. anfangs das Gymnasium in Kursk und studirte später bis 1859 Medizin in Moskau. Schon zu dieser Zeit litt er am Blutsturz. Bald nach der Beendigung des Universitäts-Kursus ging er ins Ausland, wo er in Montpellier die Bekanntschaft von A. Pagenstecher machte, der ihn überredete, sich der Ophthalmologie zu widmen, welche damals Dank den Arbeiten des unvergeßlichen Albrecht v. Graefe und von Donders mit Riesenschritten fortzuschreiten begann. 

In dem Laboratorium des berühmten Prof. H. MIller in Würzburg ist er auch mit den Fragen aus dem Gebiete der pathologischen Anatomie des Auges bekannt geworden, welche am meisten einer wissenschaftlichen Erforschung bedurften. 

Was die praktische Ophthalmologie anbetriftt, so hat er sich damit schon in der Klinik von Knapp in Heidelberg bekannt gemacht; darauf arbeitete er eine längere Zeit in der Klinik von Pagenstecher und auch in den Wiener Kliniken und zwar hauptsächlich in der des Prof. Arlt. Ich muß übrigens hinzufügen, daß er, bei seinen häufigen Reisen, nicht allein die Bekanntschaft der bedeutendsten Kliniker Deutschlands, insbesondere Berlins'), machte, sondern auch derjenigen von Paris und von London. 

Im Jahre 1867 machte er das Doktor-Examen zu Petersburg. Sein Wunsch aber, eine Stelle an der medico-chirurgischen Akademie zu erhalten, ging nicht in Erfüllung, wiewohl der verstorbene Präsident derselben, Dubowitzky, sich für ihn verwandte. Derselbe ernannte ihn zum Ordinator in der Augen-Abtheilung des Kriegs-Hospitals in Kiew und sandte ihn auf Kron-Kosten für 2 Jahre ins Ausland, um seine wissenschaftlichen Studien fortzusetzen. 

1869 erfolgte seine Wahl zum Professor der Ophthalmologie in Kiew. 

Die Reichhaltigkeit des klinischen Materials gab ihm die Müglichkeit, mir gereichte es zu besondrer Freude, daß er auch meine Anstalt besuchte und manches sich zeigen ließ, was für die Praxis von Wichtigkeit ist, seine Vorlesungen vielseitig zu gestalten.

A. Iwanoff hatte sehr geschickt dieses Material zu benutzen verstanden, indem er auswirkte, daß die Augenklinik im Sommer nur einen Monat, nicht, wie früher gewöhnlich, für die ganzen Sommer-Ferien geschlossen wurde. Außerdem richtete Iwanoff theils auf Kosten der Stadt, an die er sich deshalb gewandt hatte, theils auf seine eigenen, im Sommer zeitweilige Krankenhäuser für diejenigen Kranken ein, welche einer operativen Behandlung bedurften. Diese uneigennützige Thätigkeit erwarb ihm eine große Popularität im ganzen Süden von Rußland. 

Leider hatte in Kiew der Blutsturz bald sich wieder eingestellt, so daß I. am Schlüsse des Jahres 1871 und zu Anfang 1872 seinen Aufenthalt in einem wärmeren Klima Europas zu nehmen gezwungen war. Im Anfange des Jahres 1876 verließ er wieder Kiew krankheitshalber und kehrte nicht wieder zurück. Die letzten Jahre seines Lebens brachte er im Süden Europas zu, meistens in Mentone und theilweise in Nizza. 

Jedes Jahr wurde sein Urlaub ins Ausland verlängert; im Jahre 1880 erhielt er einen zweijährigen Urlaub. 
A. Iwanoff ist in Mentone am 15. Oktober 1880 gestorben. 

Wenn wir die Reihe seiner wissenschaftlichen Arbeilen überblicken, können wir Iwanoff unsere Achtung nicht versagen, besonders da er an Blutstürzen litt und des folgenden Tages nie sicher war. 

Viele für die Ophthalmologie wichtige Fragen aus der pathologischen Anatomie hat er bearbeitet, und zwar als Erster und in einer gründlichen Weise. So z. B. über die Entzündung der Netzhaut und des Sehnerven, über den Pannus trachomatosus, über die Ablösung des Glaskörpers u. s. w. 
I. erkannte zuerst den Unterschied von Form und Struktur des M. ciliaris bei Augen verschiedener Refraktion. Auch beschrieb er zuerst die Veränderungen bei der Entwickelung der Granulationen in der Binde- und Hornhaut, welche von Andern übersehen worden waren. 

Das Zutrauen zu seinen Forschungen war so groß, daß viele pathologische Prozesse im Auge von den hervorragenden Handbüchern im Geiste seiner Anschauungen beschrieben wurden; auch schickten berühmte Fachgenossen ihm enukleirte Augäpfel zur Untersuchung zu. In Folge dessen konnte er eine seltene und in ihrer Art fast einzige Sammlung anlegen. 
Wie groß die Anerkennung seiner Leistungen bei den Gelehrten war, beweisen die Worte, die Prof. Becker in Heidelberg bei einer Vorlesung 
im Jahre 1870 an seine Zuhörer richtete: »Für pathologische Anatomie des Auges hat Iwanoff mehr geleistet, als wir Alle zusammen.« 

Wir können der Meinung des Prof. Hirschberg in Berlin beistimmen, die er bei der Nachricht vom Tode Iwanoff's aussprach: »Iwanoff ist eine
gleiche Zierde für Rußland, wo er geboren, wie für Deutschland, in dessen Sprache er seine Arbeiten schrieb.« 

Leider muß ich das Geständniß hinzufügen, daß die Verdienste des Verstorbenen in Deutschland unvergleichlich mehr anerkannt wurden, als in Rußland. [То, о чём писал на форуме Dr. VIP - признание проф. Иванов получил, увы, больше в Германии, чем на Родине. Потому и нет цитирований у нас, хотя полно в немецкоязычной литературе.]

Wir führen die Arbeiten Iwanoff's in der Reihenfolge an, wie er sie selbst für die Kiew'sche Universität zusammengestellt hatte, und fügen die nöthigen Ergänzungen hinzu. [B](Список научных публикаций проф. Иванова)[/B]

I. Cornea. 
1. Beitrag zur patholog. Anatomie des Hornhaut- und Linsenepithels. Klin. Beobacht. a. d. Augenheilanstalt zu Wiesbaden, 1866. 
2. Über Conjunctivitis und Keratitis phlyctaenularis. Klin. M. Bl. f. Augenheilk. 1868. 
3. Zur patholog. Anatomie des Trachoms. Ber. d. ophth. Vers., 1878, Heidelberg. 
II. Lens crystallina. 
4. Zur normalen und patholog. Anatomie der Linse. Doktor-Dissertation, 1867, in russischer Sprache; theilweise auch in deutscher Sprache, in d. Klin. Beobacht. zu Wiesbaden 1866, veröffentlicht. 
III. Corpus vitreum. 
5. Zur Anatomie des Glaskörpers. Klin. M. Bl. 1864.
6. Zur normal, und patholog. Anatomie des Glaskörpers. Arch. f. Ophth. Bd. XII. 
7. Trois cas de decollement de l'hyaloide. Compt. rend. du congrfes Internat, d'ophth. 
1868. 
8. Beiträge zur Ablösung des Glaskörpers. Arch. f. Ophth., Bd. XVII. 
9. Beitr. z. norm, und patholog. Anatomie des Frosch-Glaskörpers. Centralbl. f. 
d. med. Wiss. 1868. 
10. Glaskörper. Stricker's Handbuch d. Lehre v. d. Geweben, 1872. 
IV. Retina und Nervus opticus. 
11. Über die verschiedenen Entzündungsformen der Retina. Klin. M. Bl. 1864. 
12. Zur Pathologie der Retina. 
Arch. f. Ophth., Bd. XII. 
13. Perivasculitis retinae. Klin. M. Bl. 1865. 14. Das Ödem der Netzhaut. Arch. f. Ophth., Bd. XVII. 
15. Bemerk, zur patholog. Anatomie 
des Glioma retinae. Arch. f. Ophth., Bd. XV. 
16. Über Neuritis optica. Klin. M. Bl., 1868. 
V. Iris, Corpus ciliare und Chorioidea. 
17. Zur Ablösung der Chorioidea. 
Arch. f. Ophth., Bd. XI, 1. 
18. Communication sur un cas de Myome. Congrös periodiq. Internat, d'ophth., 1867. 19. Ein Fall von Sarkom, der in ophthalmiatr. 
Beobachtung, von Mooren 1867 beschrieben ist. 
20. Über Chorioiditis disseminata. Klin. M. Bl. 1869. 
21. Bemerkungen zur Anatomie der Iris-Anheftung und des Annulus ciliaris, von A. Iwanoff und A. Rollet. Arch. f. Ophth., Bd. XV, i. 
22. Beiträge zur Anatomie des Ciliarmuskels. Arch. f. Ophth., Bd. XV, 1. 
23. Tunica vasculosa. Handbuch, d. Lehre v. Geweben Stricker's, 1872. 
24. Uveal-Tractus. Handbuch d. ges. Augenheilk. v. Graefe u. Sämisch. 1874.

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